Wenn ein Kind abends nicht einschlafen kann, hilft meist nicht ein einzelner „Schlaftrick“, sondern ein verlässlicher Ablauf. Tagsüber ausreichend Bewegung, ein möglichst regelmäßiger Tagesrhythmus, eine ruhige letzte Stunde, wenig Bildschirmreize und ein wiederkehrendes Abendritual sind für viele Familien die wirksamsten ersten Schritte. Gleichzeitig sollten Eltern darauf achten, ob das Kind tatsächlich müde ist, noch Hunger oder Durst hat, Sorgen mit ins Bett nimmt oder gerade eine größere Veränderung verarbeitet.
Bei Babys gelten andere Maßstäbe als bei Drei-, Sechs- oder Zehnjährigen. Säuglinge müssen ihren Tag-Nacht-Rhythmus erst entwickeln und wachen nachts natürlicherweise häufiger auf. Ein Baby, das weint, sollte nicht einfach allein gelassen werden. Ein älteres Kind kann dagegen zunehmend lernen, mit einer vertrauten Routine selbst zur Ruhe zu finden.
Wichtig ist deshalb: Nicht jedes schwierige Einschlafen ist eine Schlafstörung. Wenn sich die Probleme jedoch über längere Zeit halten, das Kind tagsüber deutlich müde ist oder die ganze Familie dauerhaft belastet wird, sollte kinderärztlicher Rat eingeholt werden.
- Gleiche Schlafenszeiten: Ein regelmäßiger Rhythmus erleichtert dem Körper die Umstellung auf die Nacht.
- Letzte Stunde ruhig gestalten: Kein wildes Toben, Gaming oder langes Scrollen unmittelbar vor dem Schlafen.
- Kurzes Abendritual: Zähneputzen, Pyjama, Geschichte, Kuscheln und Gute-Nacht-Satz reichen oft völlig aus.
- Müdigkeit beachten: Ein Kind, das noch gar nicht müde ist, kann auch mit dem besten Ritual schlecht einschlafen.
- Sorgen ernst nehmen: Angst, Schulstress und Veränderungen können sich gerade beim Einschlafen bemerkbar machen.
- Bei Babys Sicherheit vor Schlaftricks: Rückenlage, freie feste Schlafunterlage und ein sicherer eigener Schlafplatz haben Vorrang.
Gute-Nacht-Bücher für ein ruhiges Abendritual
Vorlesen kann eine einfache Möglichkeit sein, den Übergang vom aktiven Tag zur Schlafenszeit vorhersehbar zu machen. Dabei muss es nicht jeden Abend ein neues Buch sein – gerade kleine Kinder mögen vertraute Geschichten und Wiederholungen.
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Warum kann mein Kind nicht einschlafen?
Die naheliegende Erklärung „Das Kind will einfach nicht schlafen“ greift häufig zu kurz. Einschlafen ist ein Übergang. Der Körper muss müde sein, gleichzeitig muss das Kind genügend Sicherheit und Ruhe empfinden, um den Tag loslassen zu können.
Häufige Gründe für Einschlafprobleme sind:
- Noch nicht müde: Ein später oder langer Mittagsschlaf kann die Schlafenszeit nach hinten verschieben.
- Übermüdung: Manche Kinder wirken bei starker Müdigkeit nicht ruhig, sondern besonders wild, gereizt oder aufgedreht.
- Zu viele Reize am Abend: Videos, Spiele, Nachrichten, Toben oder aufregende Gespräche erschweren das Herunterfahren.
- Unregelmäßiger Tagesablauf: Stark wechselnde Schlafens- und Aufstehzeiten können den Rhythmus durcheinanderbringen.
- Angst oder Sorgen: Dunkelheit, Albträume, Kindergarten, Schule, Streit oder Trennungssituationen zeigen sich häufig erst, wenn es ruhig wird.
- Eingefahrene Einschlafhilfe: Wenn Einschlafen immer nur beim Herumtragen, im Elternbett oder mit einer bestimmten anderen Hilfe gelingt, verlangt das Kind diese häufig auch beim nächtlichen Aufwachen.
- Körperliche Beschwerden: Schmerzen, Infekte, Husten, verstopfte Nase oder andere Erkrankungen können den Schlaf stören.
Bevor Eltern eine neue Methode ausprobieren, lohnt es sich deshalb, einige Abende lang zu beobachten: Wann wird mein Kind tatsächlich müde, was passiert in der Stunde davor und wodurch eskaliert die Situation?
Eine einfache Abendroutine, die Kinder verstehen
Ein Abendritual muss weder lang noch besonders kreativ sein. Im Gegenteil: Es funktioniert vor allem deshalb, weil es vorhersehbar ist.
Ein möglicher Ablauf:
- Abendessen.
- Ruhige Spiel- oder Familienzeit.
- Waschen oder Baden, wenn es in den Familienrhythmus passt.
- Zähne putzen und Pyjama anziehen.
- Ein Buch oder eine kurze Geschichte.
- Kuscheln, Schlaflied oder kurzer Tagesrückblick.
- Licht reduzieren und ein gleichbleibender Gute-Nacht-Satz.
Für ein Kleinkind reichen oft 20 bis 30 Minuten. Entscheidend ist nicht die genaue Dauer, sondern die Wiederholung. Wenn jeden Abend fünf zusätzliche Wünsche, drei neue Geschichten und eine weitere Runde durch die Wohnung dazukommen, verliert das Ritual seine begrenzende Funktion.
Das Ritual sollte ein Ende haben
Gerade bei älteren Kleinkindern wird das Zubettgehen manchmal zum Verhandlungsmarathon:
- noch etwas trinken,
- noch einmal aufs WC,
- noch eine Geschichte,
- noch ein Kuscheltier,
- noch eine Frage,
- noch einmal Mama oder Papa rufen.
Eltern können echte Bedürfnisse natürlich erfüllen. Gleichzeitig darf das Kind lernen, dass das Abendritual einen Abschluss hat.
Zum Beispiel:
„Du hast getrunken, wir waren noch einmal auf der Toilette und haben unsere Geschichte gelesen. Jetzt ist Schlafenszeit. Ich bin in der Nähe.“
Das ist klar, ohne das Kind zu beschämen oder mit Strafen zu bedrohen.
Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen reduzieren
Fernseher, Tablet, Smartphone, Spielekonsole und kurze Social-Media-Videos halten Kinder häufig länger aktiv, als Eltern zunächst bemerken. Nicht nur der Bildschirm selbst spielt eine Rolle, sondern auch der Inhalt: Ein aufregendes Spiel oder ein emotionales Video endet im Kopf nicht automatisch mit dem Ausschalten des Geräts.
Eine praktische Regel für Familien lautet deshalb: Die letzte Stunde vor dem geplanten Einschlafen möglichst bildschirmfrei halten.
Das bedeutet nicht, dass ein fünf Minuten längeres Video automatisch eine schlechte Nacht verursacht. Entscheidend ist der regelmäßige Ablauf.
Hilfreiche Alternativen sind:
- Vorlesen: Gibt Nähe und reduziert gleichzeitig Reize.
- Hörgeschichte: Kann für ältere Kinder eine ruhige Alternative sein.
- Malen oder puzzeln: Ruhige Beschäftigungen erleichtern den Übergang.
- Tagesgespräch: Was war heute schön, schwierig oder lustig?
- Ruhige Musik: Kann Teil eines wiederkehrenden Rituals werden.
Kind will nur mit Mama oder Papa einschlafen
Viele Kinder können problemlos schlafen – solange Mama oder Papa danebenliegt. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Körperliche Nähe vermittelt Sicherheit, und ein Kind kann sich an diese Einschlafbedingung gewöhnen.
Wenn die Situation für alle Beteiligten funktioniert, muss sie nicht allein deshalb beendet werden, weil andere Familien es anders machen.
Problematisch wird es eher, wenn Eltern jeden Abend eine Stunde oder länger im Kinderzimmer liegen müssen, selbst darunter leiden oder das Kind ohne diese Hilfe große Angst entwickelt.
Dann kann die Unterstützung langsam reduziert werden:
- Stufe 1: Neben dem Kind liegen und das bisherige Ritual verkürzen.
- Stufe 2: Neben dem Bett sitzen statt darin zu liegen.
- Stufe 3: Den Stuhl nach einigen Abenden etwas weiter vom Bett entfernen.
- Stufe 4: Kurze verlässliche Besuche vereinbaren: „Ich komme in ein paar Minuten noch einmal zu dir.“
- Stufe 5: Das Kind schläft nach dem Ritual zunehmend ohne dauernde Anwesenheit ein.
Der Übergang muss nicht innerhalb von drei Abenden abgeschlossen sein. Bei einem ängstlichen oder gerade belasteten Kind darf er länger dauern.
Geht es Ihnen vor allem um die Frage nach dem eigenen Zimmer, ist der Ratgeber Ab wann soll ein Kind alleine schlafen? thematisch passender. Familien, in denen Kinder regelmäßig im Elternbett schlafen, finden zusätzlich Hinweise unter Wie lange sollten Kinder im Bett der Eltern schlafen?.
Baby kann nicht einschlafen: Was ist anders?
Bei einem Baby sollten Eltern dieselben Erwartungen wie bei einem größeren Kind vermeiden. Säuglinge haben zunächst keinen stabilen Tag-Nacht-Rhythmus. Sie schlafen in mehreren Abschnitten, werden wegen Hunger, Nähe oder anderer Bedürfnisse wach und müssen die Fähigkeit zur Selbstregulation erst entwickeln.
Das österreichische Gesundheitsportal rät ausdrücklich davon ab, ein weinendes Baby einfach schreien zu lassen. Babys benötigen Trost und Geborgenheit und lernen erst schrittweise, sich selbst zu beruhigen.
Hilfreich können sein:
- Auf Müdigkeitszeichen achten: Gähnen, Blickabwenden, Unruhe oder Augenreiben können Hinweise sein.
- Tag und Nacht unterscheiden: Tagsüber Licht und normale Alltagsgeräusche, nachts wenig Licht und möglichst ruhige Versorgung.
- Ruhiger Ablauf: Wickeln, stillen oder füttern, Schlafsack und kurze beruhigende Nähe.
- Nicht überreizen: Ein übermüdetes Baby wird manchmal besonders unruhig.
- Bei Weinen reagieren: Beruhigen, halten oder mit ruhiger Stimme begleiten.
Wenn ein Baby häufig weint und sich nur schwer beruhigen lässt, finden Eltern weitere konkrete Schritte im Beitrag Baby weint – wie kann ich ein schreiendes Baby beruhigen?.
Sicherer Babyschlaf: Einschlafen darf nicht zulasten der Sicherheit gehen
Manche vermeintlich praktische Einschlafhilfe ist für ein Baby nicht automatisch ein sicherer Schlafplatz. Deshalb sollte bei Säuglingen die Schlafsicherheit immer wichtiger sein als die Frage, ob das Kind möglichst schnell einschläft.
- Rückenlage: Babys zum Schlafen auf den Rücken legen.
- Feste und ebene Schlafunterlage: Keine weichen Auflagen oder improvisierten Schlafplätze.
- Keine losen Gegenstände im Babybett: Kopfkissen, lose Decken, Schaffelle, Nestchen und Kuscheltiere gehören nicht in den Schlafbereich eines Säuglings.
- Schlafsack statt loser Decke: So kann kein Bettzeug über das Gesicht rutschen.
- Eigenes Bett im Elternschlafzimmer: Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt für Babys möglichst einen eigenen Schlafplatz im Schlafzimmer der Eltern.
- Rauchfreie Umgebung: Besonders Schlaf- und Kinderzimmer sollten rauchfrei sein.
- Nicht überhitzen: Als Orientierung nennt das österreichische Gesundheitsportal eine Raumtemperatur von etwa 16 bis 18 Grad Celsius.
Damit wird zugleich ein problematischer Punkt des alten Beitrags korrigiert: Ein Kuscheltier oder eine „Schlafpuppe“ sollte einem Säugling nicht als Einschlafhilfe ins Bett gelegt werden. Solche Übergangsobjekte kommen erst bei älteren Kindern infrage.
Weitere Informationen zur Schlafumgebung in den ersten Monaten finden Eltern unter Wie lange darf ein Baby im Beistellbett schlafen?.
Kind hat Angst beim Einschlafen
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Ursache von Einschlafproblemen. Ein Kindergarten- oder Schulkind kann müde sein und trotzdem nicht schlafen wollen, weil Gedanken und Ängste stärker werden.
Typisch sind Fragen wie:
- „Was ist unter meinem Bett?“
- „Was ist, wenn bei euch etwas passiert?“
- „Was, wenn ich wieder schlecht träume?“
- „Muss ich morgen wirklich in die Schule?“
- „Bleibst du noch ein bisschen?“
Solche Ängste sollte man nicht lächerlich machen. Gleichzeitig muss ein Elternteil nicht jede Nacht stundenlang am Bett bleiben.
Hilfreich ist eine Kombination aus Verständnis und Struktur:
„Ich sehe, dass du gerade Angst hast. Wir schauen gemeinsam, ob alles in Ordnung ist. Danach bleibe ich noch kurz bei dir und dann ist Schlafenszeit.“
Nachtlicht: ja oder nein?
Bei einem älteren Kind kann ein schwaches Nachtlicht hilfreich sein, wenn Dunkelheit Angst macht. Es sollte nicht unnötig hell sein und das Kinderzimmer nicht in einen dauerhaft hellen Raum verwandeln.
Bei einem Baby hingegen ist ein Nachtlicht keine notwendige Einschlafhilfe. Für nächtliches Füttern oder Wickeln reicht möglichst wenig Licht.
Was tun, wenn das Kind immer wieder aufsteht?
Ein klassischer Abend bei manchen Familien: Das Kind liegt im Bett, steht nach zwei Minuten auf, braucht Wasser, sucht etwas, muss vermeintlich noch einmal aufs WC und möchte anschließend erzählen, was vor drei Wochen im Kindergarten passiert ist.
Hier hilft eine möglichst unspektakuläre Reaktion.
- Grundbedürfnisse vorher klären: Trinken, WC und benötigte Dinge gehören ins Ritual.
- Kind ruhig zurückbringen: Keine lange Diskussion beginnen.
- Immer ähnlich reagieren: Heute zehn Geschichten und morgen Ärger erzeugen wenig Orientierung.
- Abends keine großen Konflikte lösen: Wichtige Themen können für den nächsten Tag vorgemerkt werden.
Je spannender die Reaktion auf jedes Aufstehen ausfällt, desto attraktiver kann das Verhalten ungewollt werden. Ruhige Konsequenz bedeutet jedoch nicht, ein verängstigtes oder weinendes Kind zu ignorieren.
Mittagsschlaf: Ist mein Kind abends einfach noch nicht müde?
Der Schlafbedarf verändert sich mit dem Alter. Gerade im Kleinkindalter kann ein langer oder sehr später Nachmittagsschlaf dazu führen, dass die gewünschte Schlafenszeit am Abend nicht mehr zum tatsächlichen Schlafdruck passt.
Bevor Eltern jeden Abend 60 Minuten kämpfen, kann deshalb ein Blick auf den gesamten Tag sinnvoller sein:
- Wann steht das Kind morgens auf?
- Wann und wie lange schläft es mittags?
- Wann zeigt es abends echte Müdigkeit?
- Wie viel Bewegung hatte es tagsüber?
Der Mittagsschlaf sollte nicht vorschnell gestrichen werden, wenn das Kind ihn noch deutlich benötigt. Manchmal reicht es, ihn etwas früher beginnen oder kürzer ausfallen zu lassen.
Schnuller, Flasche, Stillen und andere Einschlafhilfen
Ein Kind kann sich daran gewöhnen, immer unter denselben Bedingungen einzuschlafen. Das ist nicht automatisch schlecht. Schwierigkeiten entstehen vor allem dann, wenn die Einschlafhilfe die Familie stark belastet oder nachts bei jedem kurzen Erwachen erneut benötigt wird.
Bei einem älteren Kleinkind können Eltern schrittweise zusätzliche Rituale etablieren: Geschichte, Lied, Kuscheln oder Handhalten. So hängt das Einschlafen nicht ausschließlich an einem einzigen Hilfsmittel.
Wer gerade den Schnuller als letzte Einschlafhilfe reduzieren möchte, findet einen separaten Schritt-für-Schritt-Ratgeber unter Schnuller abgewöhnen: So gelingt der Abschied.
Was Eltern beim Einschlafen besser vermeiden
- Schlaf als Strafe: „Dann gehst du eben sofort ins Bett“ macht den Schlafplatz unnötig negativ.
- Stundenlange Bildschirmnutzung bis unmittelbar vor dem Schlaf: Der Übergang zur Ruhe wird dadurch schwieriger.
- Jeden Abend andere Regeln: Kinder orientieren sich leichter an vorhersehbaren Abläufen.
- Ein Baby einfach schreien lassen: Säuglinge brauchen bei Weinen Trost und Unterstützung.
- Unsichere Baby-Schlafhilfen: Kissen, lose Decken, Kuscheltiere oder weiche Schlafunterlagen gehören nicht in das Babybett.
- Schlafmittel auf eigene Faust: Medikamente oder andere schlaffördernde Mittel sollten Kindern nicht ohne ärztliche Empfehlung gegeben werden.
- Vergleiche: Dass das Nachbarskind „schon immer durchschläft“, sagt nichts darüber aus, was das eigene Kind gerade braucht.
Wann sind Einschlafprobleme nicht mehr nur eine Phase?
Ein paar schwierige Abende nach einem Urlaub, einer Krankheit, dem Kindergartenstart oder einer aufregenden Woche sind noch keine Schlafstörung.
Ärztlicher Rat ist insbesondere sinnvoll, wenn:
- die Schlafprobleme über längere Zeit bestehen und deutlich belasten,
- das Kind tagsüber ungewöhnlich müde oder unkonzentriert ist,
- es regelmäßig sehr lange bis zum Einschlafen braucht,
- häufiges nächtliches Aufwachen den Familienalltag massiv beeinträchtigt,
- starkes Schnarchen oder beobachtete Atempausen auftreten,
- Schmerzen, Atemprobleme oder andere körperliche Beschwerden vermutet werden,
- starke Ängste oder psychische Belastungen hinter dem Schlafproblem stehen könnten.
Ein Schlafprotokoll kann dabei sehr hilfreich sein. Notieren Sie für ein bis zwei Wochen Schlafenszeit, tatsächliches Einschlafen, Aufwachzeiten, Mittagsschlaf und besondere Ereignisse. Das zeigt oft bereits Muster und liefert der Kinderärztin oder dem Kinderarzt konkrete Informationen.
FAQ: Häufige Fragen zum Einschlafen bei Kindern
Wie kann ich meinem Kind beim Einschlafen helfen?
Ein regelmäßiger Tagesablauf, ausreichend Bewegung, eine ruhige letzte Stunde und ein kurzes gleichbleibendes Abendritual helfen vielen Kindern. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob die Schlafenszeit tatsächlich zum individuellen Müdigkeitszeitpunkt passt und ob Ängste oder Sorgen das Einschlafen erschweren.
Was tun, wenn mein Kind abends einfach nicht müde ist?
Prüfen Sie Aufstehzeit, Mittagsschlaf und Bewegung während des Tages. Ein langer oder später Mittagsschlaf kann dazu führen, dass ein Kind zur gewünschten Bettzeit noch nicht schlafen kann. Eine Schlafenszeit, die dauerhaft deutlich vor der tatsächlichen Müdigkeit liegt, führt häufig zu unnötigen Konflikten.
Wie lange sollte ein Einschlafritual dauern?
Es gibt keine vorgeschriebene Dauer. Bei vielen Kindern reichen ungefähr 20 bis 30 ruhige Minuten. Wichtiger als die exakte Länge ist ein überschaubarer, immer ähnlicher Ablauf mit einem klaren Ende.
Soll ich bei meinem Kind bleiben, bis es eingeschlafen ist?
Wenn das für Eltern und Kind gut funktioniert, muss die Begleitung nicht allein aus Prinzip beendet werden. Wird sie jedoch zunehmend belastend, kann die Anwesenheit schrittweise reduziert werden – beispielsweise vom Liegen neben dem Kind zum Sitzen am Bett und später zu kurzen verlässlichen Besuchen.
Soll man ein Baby schreien lassen, damit es einschlafen lernt?
Das österreichische Gesundheitsportal rät davon ab, ein weinendes Baby einfach schreien zu lassen. Ein Säugling benötigt Trost und Geborgenheit und entwickelt die Fähigkeit zur Selbstberuhigung erst nach und nach.
Wie lange vor dem Schlafengehen kein Handy oder Tablet?
Als praktikable Orientierung empfiehlt es sich, die letzte Stunde vor dem Einschlafen möglichst frei von Fernseher, Smartphone, Tablet und Spielkonsole zu halten. Vorlesen, ruhige Spiele oder Gespräche erleichtern vielen Kindern den Übergang zur Nacht.
Darf mein Kind mit einem Kuscheltier schlafen?
Bei älteren Kindern kann ein vertrautes Kuscheltier beim Einschlafen helfen. Für Säuglinge gelten strengere Sicherheitsregeln: Im Babybett sollten keine Kuscheltiere, Kopfkissen, losen Decken oder anderen weichen Gegenstände liegen.
Welche Raumtemperatur ist für ein Baby zum Schlafen geeignet?
Das österreichische Gesundheitsportal nennt für den sicheren Babyschlaf eine Raumtemperatur von etwa 16 bis 18 Grad Celsius als Empfehlung. Überhitzung sollte vermieden werden.
Warum wacht mein Kind nachts immer wieder auf?
Kurze Wachphasen gehören zum normalen Schlaf. Entscheidend ist häufig, ob das Kind anschließend selbst wieder zur Ruhe findet oder dieselbe Einschlafhilfe benötigt wie am Abend. Bei Babys ist nächtliches Aufwachen besonders häufig und zunächst Teil der normalen Entwicklung.
Wann sollte ich mit Schlafproblemen zum Kinderarzt?
Wenn Schlafprobleme über längere Zeit bestehen, Kind oder Familie deutlich belasten, starke Tagesmüdigkeit, Atemprobleme, auffälliges Schnarchen, Schmerzen oder erhebliche Ängste auftreten, ist eine kinderärztliche Abklärung sinnvoll.
Fazit: Gutes Einschlafen entsteht durch Rhythmus statt durch Druck
Ein Kind muss nicht lernen, auf Kommando einzuschlafen. Eltern können aber Bedingungen schaffen, die Schlaf wahrscheinlicher machen: ein geregelter Tag, Bewegung, eine ruhige letzte Stunde, feste Schlafenszeiten, wenig Bildschirmreize und ein vorhersehbares Abendritual.
Bei älteren Kindern helfen zusätzlich klare Grenzen: Die Geschichte ist irgendwann fertig, das Licht wird ausgeschaltet und die Nacht beginnt. Ängste und echte Bedürfnisse dürfen trotzdem ernst genommen werden.
Bei Babys ist vor allem wichtig, realistische Erwartungen zu haben. Häufiges Aufwachen gehört in den ersten Lebensmonaten dazu. Ein weinender Säugling braucht Nähe und Trost – und jeder Einschlaftipp muss mit den Regeln für einen sicheren Babyschlaf vereinbar sein.
Bleiben die Probleme hartnäckig oder wird der Schlaf für Kind und Familie zu einer dauerhaften Belastung, ist professionelle Hilfe sinnvoller als immer neue Schlaftricks auszuprobieren.
Quellen & weiterführende Informationen
- Gesundheitsportal Österreich: Babys und Kleinkinder – gesunder Schlaf und Schlafprobleme
- kindergesundheit-info.de: So fallen Zubettgehen und Einschlafen leichter
- American Academy of Pediatrics: Safe Sleep Recommendations
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei anhaltenden Schlafproblemen, Atemauffälligkeiten, Schmerzen, starker Tagesmüdigkeit oder anderen gesundheitlichen Sorgen sollten Sie sich an eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt wenden.
Letzte Aktualisierung am 19.08.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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