Den Schnuller abzugewöhnen funktioniert meistens besser mit einem klaren Plan als mit Druck. Ein guter erster Schritt ist, den Schnuller tagsüber nur noch in wirklich wichtigen Situationen anzubieten und schnullerfreie Zeiten immer länger werden zu lassen. Anschließend kann der Schnuller auf das Einschlafen beschränkt werden, bevor schließlich ein bewusstes Abschiedsritual folgt.
Wie schnell das klappt, hängt stark vom Kind ab. Manche Zweijährige vergessen ihren Schnuller nach wenigen Tagen, während er für ein drei- oder vierjähriges Kind längst ein wichtiges Trost- und Einschlafritual geworden ist. Gerade dann hilft es wenig, das Kind dafür zu beschämen. Sinnvoller sind klare Regeln, neue Beruhigungsrituale und eine freundliche, aber verlässliche Begleitung.
Wichtig ist auch die gesundheitliche Seite: Länger andauerndes Schnullern kann die Entwicklung von Zähnen und Kiefer beeinflussen. Deshalb lohnt es sich, den Gebrauch nach dem ersten Geburtstag zunehmend zu reduzieren und einen dauerhaften Schnullergebrauch nicht einfach über Jahre laufen zu lassen. Wer vor allem wissen möchte, bis zu welchem Alter der Schnuller sinnvoll ist, findet dazu den ergänzenden Ratgeber Wie lange sollten Kinder einen Schnuller haben?.
- Zuerst tagsüber reduzieren: Beim Spielen, Essen und Sprechen braucht der Schnuller meist nicht dabei zu sein.
- Feste Schnullerzeiten vereinbaren: Zum Beispiel zunächst nur noch beim Mittagsschlaf und abends.
- Andere Trostmöglichkeiten aufbauen: Kuscheln, Vorlesen, ein Lied oder ein vertrautes Kuscheltier.
- Abschied vorbereiten: Ein konkreter Tag oder ein kleines Ritual macht die Veränderung verständlicher.
- Ruhig konsequent bleiben: Nach dem endgültigen Abschied sollte der Schnuller nicht bei jedem Protest wieder auftauchen.
- Keinen beschädigten Schnuller verwenden: Abschneiden oder Einstechen ist keine geeignete Entwöhnungsmethode.
Bilderbücher für den Abschied vom Schnuller
Gerade bei Zwei- bis Vierjährigen können Geschichten helfen, das Thema einige Tage vor dem eigentlichen Abschied immer wieder spielerisch aufzugreifen. Das Buch ersetzt natürlich nicht die Begleitung durch die Eltern, kann ein Schnullerfee- oder Abschiedsritual aber verständlicher machen.
Wann sollte man mit dem Schnuller abgewöhnen beginnen?
Es gibt nicht den einen Tag, an dem jedes Kind seinen Schnuller abgeben muss. Trotzdem ist es sinnvoll, zwischen Schnullergebrauch bei einem Baby und einer bereits fest verankerten Gewohnheit beim Kleinkind zu unterscheiden.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit weist darauf hin, dass der Schnuller nach dem ersten Lebensjahr möglichst nicht mehr dauerhaft verwendet werden sollte. Auch zahnmedizinische Empfehlungen sprechen dafür, länger anhaltendes nicht-nahrungsbezogenes Saugen rechtzeitig zu beenden. Die American Academy of Pediatric Dentistry empfiehlt, solche Sauggewohnheiten spätestens bis zum Alter von etwa drei Jahren zu beenden.
Das heißt nicht, dass Eltern einem Kind exakt am ersten Geburtstag über Nacht den Schnuller wegnehmen müssen. Ein alltagstauglicher Weg kann vielmehr so aussehen:
- Im ersten Schritt: Schnuller nicht mehr automatisch anbieten.
- Danach: Gebrauch beim Spielen, Spazierengehen und Sprechen reduzieren.
- Später: Schnuller nur noch zum Schlafen oder in besonderen Trostsituationen.
- Zum Abschluss: Gemeinsam einen endgültigen Abschied vorbereiten.
Schnuller abgewöhnen mit 2 Jahren
Mit zwei Jahren verstehen viele Kinder bereits einfache Regeln und wiederkehrende Abläufe. Gleichzeitig ist der Schnuller oft noch eng mit Müdigkeit und Trost verbunden.
Ein guter Einstieg ist deshalb häufig die Regel:
„Der Schnuller bleibt im Bett.“
Nach dem Aufstehen wird er gemeinsam abgelegt. Beim nächsten Schlafen darf er zunächst wieder verwendet werden. Dadurch verschwindet das ständige Nuckeln beim Spielen, Reden, Autofahren oder Herumlaufen, ohne dass sofort das schwierigste Einschlafritual verändert wird.
Funktioniert das gut, kann später auch der Mittagsschlaf oder das Einschlafen ohne Schnuller ausprobiert werden.
Schnuller abgewöhnen mit 3 Jahren
Dreijährige können meist deutlich besser verstehen, dass sich eine vertraute Gewohnheit bald verändern wird. Deshalb können Eltern den Abschied einige Tage vorher ankündigen und gemeinsam planen.
Zum Beispiel:
- Abschiedstag festlegen: „Am Samstag verabschieden wir uns vom Schnuller.“
- Kalender nutzen: Jeden Abend wird ein Tag abgestrichen.
- Ritual überlegen: Schnullerfee, Abschiedsbox oder gemeinsames Weglegen.
- Neue Einschlafhilfe auswählen: Ein bestimmtes Buch, Lied oder Kuscheltier.
Das Kind darf traurig darüber sein. Es muss den Abschied nicht begeistert feiern, damit die Umstellung funktioniert.
Schnuller abgewöhnen mit 4 Jahren
Wenn ein Kind mit vier Jahren noch regelmäßig einen Schnuller verwendet, ist das kein Grund für Spott oder Beschämung. Es ist allerdings ein guter Zeitpunkt, das Thema nicht weiter aufzuschieben.
Mit vier Jahren kann man dem Kind bereits einfach erklären, warum der Schnuller verschwinden soll: Der Mund, die Zähne und der Kiefer wachsen weiter, und dauerhaftes Nuckeln kann diese Entwicklung beeinflussen.
Gleichzeitig sollte geprüft werden, wofür das Kind den Schnuller noch benötigt. Wird er ausschließlich zum Einschlafen verwendet? Kommt er bei Stress zum Einsatz? Oder befindet er sich praktisch den gesamten Nachmittag im Mund?
Je genauer Eltern die Situationen kennen, desto leichter lässt sich eine Alternative aufbauen.
Falls der Schnuller mit vier Jahren noch intensiv genutzt wird oder bereits Veränderungen an Zahnstellung beziehungsweise Biss auffallen, ist eine zahnärztliche Kontrolle sinnvoll.
Schnuller sanft abgewöhnen: 7 Schritte, die im Alltag funktionieren
1. Nicht mehr automatisch anbieten
Viele Eltern reichen den Schnuller beinahe reflexartig, sobald ihr Kind müde, unruhig oder verärgert wirkt. Dadurch bekommt das Kind manchmal einen Schnuller, obwohl es selbst noch gar nicht danach verlangt hat.
Der einfachste erste Versuch lautet deshalb: Den Schnuller nicht aktiv anbieten.
Ist das Kind zufrieden und beschäftigt, besteht kein Grund, es an seine gewohnte Einschlafhilfe zu erinnern.
2. Einen festen Platz für den Schnuller schaffen
Ein Schnuller, der ständig sichtbar herumliegt, wird häufiger benutzt. Geben Sie ihm deshalb einen festen Platz.
Zum Beispiel:
- eine kleine Box beim Bett,
- ein bestimmtes Fach,
- eine Schnullerdose,
- einen festen Platz am Nachtkästchen.
Nach dem Schlafen kann das Kind den Schnuller selbst dort hinlegen. Das macht aus dem Dauerbegleiter langsam einen Gegenstand für bestimmte Situationen.
3. Schnullerfreie Zeiten ausdehnen
Beginnen Sie mit Zeiten, in denen das Kind ohnehin beschäftigt ist:
- beim gemeinsamen Essen,
- beim Spielen,
- auf dem Spielplatz,
- beim Basteln,
- beim Sprechen und Vorlesen.
Wenn eine halbe Stunde problemlos klappt, muss daraus nicht sofort ein ganzer Tag werden. Die schnullerfreie Zeit kann nach und nach selbstverständlich werden.
4. Herausfinden, welches Bedürfnis der Schnuller erfüllt
Ein Schnuller ist für viele Kleinkinder längst mehr als ein Gegenstand im Mund. Er kann ein vertrauter Weg sein, um sich selbst zu beruhigen.
Fragen Sie sich deshalb:
- Ist mein Kind müde? Dann kann ein ruhiges Schlafritual helfen.
- Ist es traurig? Dann braucht es vielleicht vor allem Nähe.
- Ist es gelangweilt? Dann hilft Beschäftigung eher als ein Schnuller.
- Ist es überfordert? Dann können Rückzug und Kuscheln wichtiger sein.
- Ist es tatsächlich nur Gewohnheit? Dann wird der Schnuller manchmal schon nach kurzer Zeit vergessen.
5. Neue Trostrituale einführen, bevor der Schnuller ganz verschwindet
Wer den Schnuller gleichzeitig entfernt und erst danach überlegt, wie das Kind künftig einschlafen soll, macht sich die Umstellung unnötig schwer.
Besser ist, neue Rituale schon vorher aufzubauen.
Beispielsweise jeden Abend:
- Zähne putzen.
- Pyjama anziehen.
- Ein kurzes Buch lesen.
- Dasselbe Schlaflied singen.
- Kuscheln.
- Licht ausschalten.
Der Schnuller ist zunächst noch dabei. Nach einigen Tagen kennt das Kind aber bereits mehrere andere Signale dafür, dass nun Schlafenszeit ist.
Wenn das Einschlafen grundsätzlich schwierig ist, hilft zusätzlich unser Ratgeber Wie kann ich meinem Kind beim Einschlafen helfen?.
6. Den endgültigen Abschied verständlich machen
Bei älteren Kleinkindern funktioniert ein klarer Abschluss häufig besser als ein wochenlanges Hin und Her.
Geeignete Rituale sind beispielsweise:
- Schnullerfee: Der Schnuller wird abends in eine Box gelegt und am nächsten Morgen ist dort beispielsweise ein Brief oder eine kleine Überraschung.
- Abschiedsbox: Das Kind legt seine Schnuller selbst hinein und die Box wird anschließend weggeräumt.
- Gemeinsamer Abschied: Das Kind darf seinen Schnullern bewusst „Tschüss“ sagen.
- Kalendertag: Der Abschied wird einige Tage vorher angekündigt und sichtbar heruntergezählt.
Eltern müssen dafür keine komplizierte Geschichte erfinden. Ein Ritual hilft vor allem dabei, aus einer unklaren Veränderung ein verständliches Ereignis zu machen.
7. Nach dem Abschied Nähe geben – aber nicht ständig neu verhandeln
In den ersten Abenden kann das Kind protestieren, nach seinem Schnuller fragen oder schlechter einschlafen. Das ist nicht ungewöhnlich.
Eltern können dann trösten und gleichzeitig bei der neuen Regel bleiben:
„Du vermisst deinen Schnuller. Das verstehe ich. Ich bleibe bei dir und wir kuscheln noch ein bisschen.“
Das ist etwas anderes als:
„Wenn du nur laut genug weinst, bekommst du ihn doch zurück.“
Ist die Entscheidung zum endgültigen Abschied gefallen, hilft eine ruhige und verlässliche Reaktion meist mehr als täglich neue Verhandlungen.
Schnuller zum Einschlafen abgewöhnen
Der letzte Schnuller ist bei vielen Kindern der Einschlafschnuller. Das überrascht nicht: Saugen, Müdigkeit, Nähe und Schlaf wurden möglicherweise über Jahre miteinander verbunden.
Deshalb ist das Einschlafstillen beziehungsweise Einschlafen mit Schnuller häufig schwieriger zu verändern als der Schnuller am Nachmittag.
Praktisch kann folgende Reihenfolge helfen:
- Tagsüber vollständig ohne Schnuller auskommen.
- Schnuller nur noch im Bett verwenden.
- Ein festes Abendritual ohne Schnuller als Mittelpunkt etablieren.
- Mit dem Kind einen Abschiedstag vereinbaren.
- An den ersten Abenden zusätzliche Nähe und Zeit einplanen.
- Bei nächtlichem Aufwachen zunächst mit Stimme, Berührung und Kuscheln beruhigen.
Planen Sie den Abschied möglichst nicht gerade in eine Woche, in der ohnehin alles anders ist – etwa während Eingewöhnung im Kindergarten, Umzug, Krankheit oder unmittelbar nach der Geburt eines Geschwisterkindes. In solchen Phasen kann ein vertrautes Beruhigungsritual besonders wichtig sein.
Was Eltern beim Schnuller-Abgewöhnen besser nicht machen sollten
Schnuller nicht abschneiden oder einstechen
Ein Tipp aus älteren Elternratgebern lautet, Stück für Stück die Spitze des Schnullers abzuschneiden. Davon ist abzuraten.
Durch Schneiden, Einstechen oder andere Beschädigungen kann das Material einreißen. Teile können sich lösen oder abgebissen werden. Ein beschädigter Schnuller gehört deshalb entsorgt und nicht weiter zum Nuckeln gegeben.
- Schnuller niemals absichtlich aufschneiden.
- Keine Löcher hineinstechen, um das Sauggefühl zu verändern.
- Beschädigte, eingerissene oder angebissene Schnuller entsorgen.
- Schnuller regelmäßig auf Materialschäden kontrollieren.
- Schnuller niemals in Honig, Zucker oder Sirup tauchen.
Das Kind nicht beschämen
Sätze wie „Du bist doch kein Baby mehr“ funktionieren vielleicht kurzfristig, machen aus einer normalen Gewohnheit aber schnell etwas Peinliches.
Besser ist:
„Du wirst größer und wir üben jetzt, auch ohne Schnuller ruhig zu werden.“
Der Unterschied klingt klein, ist für das Kind aber erheblich.
Nicht vor anderen Kindern wegnehmen
Der endgültige Abschied sollte möglichst nicht zum öffentlichen Schauspiel werden. Muss ein Kind seinen Schnuller vor Geschwistern, Kindergartenfreunden oder Verwandten abgeben, kann zusätzlicher Druck entstehen.
Ein ruhiger Moment zu Hause ist meist angenehmer.
Den gebrauchten Schnuller nicht wirklich an ein Baby verschenken
Die Vorstellung „Der Schnuller geht jetzt zu einem Baby“ wird gerne als Geschichte genutzt. Ein gebrauchter Schnuller sollte jedoch nicht tatsächlich an ein anderes Baby weitergegeben werden.
Wenn Eltern das Motiv verwenden möchten, kann der Schnuller symbolisch in eine Abschiedsbox gelegt oder entsorgt werden.
Warum langes Schnullern Zähne und Kiefer beeinflussen kann
Saugen ist bei Babys normal. Entscheidend für mögliche Auswirkungen ist jedoch, wie intensiv, wie häufig und wie lange die Gewohnheit bestehen bleibt.
Das österreichische Gesundheitsportal nennt Schnuller- und Fingerlutschen als mögliche Risikofaktoren für Zahn- und Kieferfehlstellungen. Auch die American Academy of Pediatric Dentistry weist darauf hin, dass längerer Schnullergebrauch die Entwicklung des Mund- und Kieferbereichs beeinflussen kann.
Mögliche Veränderungen betreffen beispielsweise:
- offenen Biss: Die vorderen Zähne treffen beim Zubeißen nicht richtig aufeinander.
- Kreuzbiss: Ober- und Unterkiefer beziehungsweise die Zahnreihen stehen ungünstig zueinander.
- veränderte Zahnstellung: Dauerhafter Druck kann die Entwicklung der Zahnreihen beeinflussen.
Ob bei einem einzelnen Kind tatsächlich eine Fehlstellung vorliegt, lässt sich allerdings nicht anhand eines Internetfotos oder der Schnullerdauer allein beurteilen. Das gehört in die Hände einer Zahnärztin oder eines Zahnarztes.
Ist ein „kiefergerechter“ Schnuller deshalb unproblematisch?
Nein. Eine anatomisch angepasste Form kann sinnvoll sein, macht dauerhaftes Nuckeln aber nicht automatisch folgenlos.
Auch bei einem als kiefergerecht angebotenen Modell spielen vor allem Dauer und Häufigkeit des Saugens eine Rolle. Ein spezielles Produkt ist deshalb kein Ersatz für die rechtzeitige Reduktion der Gewohnheit.
Was tun, wenn das Kind ohne Schnuller gar nicht schlafen kann?
Dann lohnt es sich, nicht sofort den schwierigsten Schritt zu erzwingen. Wenn das Kind tagsüber noch häufig nuckelt, reduzieren Sie zunächst dort.
Erst wenn der Schnuller wirklich nur noch beim Schlafen benutzt wird, kann das Einschlafritual verändert werden.
Hilfreich können sein:
- mehr Zeit am Abend einplanen,
- immer dieselbe Reihenfolge einhalten,
- Vorlesen oder Erzählen,
- ein Schlaflied,
- Kuscheln und Körperkontakt,
- eine andere vertraute Bezugsperson beim Einschlafen einbeziehen.
Die erste Nacht ohne Schnuller muss nicht sofort perfekt sein. Ein Kind kann länger zum Einschlafen brauchen und trotzdem gerade erfolgreich eine große Gewohnheit verändern.
Was tun, wenn das Kind plötzlich am Daumen lutscht?
Manche Eltern fürchten, dass nach dem Schnuller sofort der Daumen folgt. Das kann vorkommen, muss aber nicht passieren.
Deshalb ist es sinnvoll, beim Abgewöhnen nicht lediglich den Schnuller zu entfernen, sondern dem Kind andere Wege zur Beruhigung zu zeigen. Beginnt ein älteres Kind regelmäßig und intensiv am Daumen zu lutschen, sollte auch diese Gewohnheit ohne Beschämung angesprochen werden.
Ein Vorteil beim Schnuller ist: Eltern können seine Verfügbarkeit steuern. Der eigene Daumen ist dagegen immer vorhanden. Es ist daher wenig sinnvoll, ein Kind gezielt zum Daumenlutschen als Ersatz zu animieren.
Schnullerfee: Gute Idee oder unnötige Geschichte?
Die Schnullerfee kann gut funktionieren, wenn das Kind Fantasiegeschichten mag. Entscheidend ist weniger die Figur selbst als der klare Übergang: Gestern gab es den Schnuller noch, heute ist die Schnullerzeit vorbei.
Ein einfaches Ritual reicht:
- Gemeinsam alle Schnuller suchen.
- In eine kleine Schachtel legen.
- Abends verabschieden.
- Am nächsten Morgen findet das Kind einen Brief, eine Kleinigkeit oder eine besondere gemeinsame Aktivität vor.
Die Überraschung muss nicht teuer sein. Ein gemeinsames Frühstück, ein Ausflug auf den Lieblingsspielplatz oder ein kleines Buch kann genauso gut funktionieren.
Der Sinn des Rituals besteht nicht darin, das Kind für den Verzicht zu „bezahlen“, sondern den Abschied positiv und verständlich zu gestalten.
Wann sollten Eltern Zahnärztin, Zahnarzt oder Kinderarzt fragen?
Fachliche Beratung ist sinnvoll, wenn:
- das Kind mit drei oder vier Jahren noch sehr intensiv nuckelt,
- eine auffällige Zahn- oder Kieferstellung sichtbar wird,
- das Kind immer wieder Mittelohrentzündungen hat,
- der Schnuller praktisch dauerhaft im Mund bleibt,
- Eltern trotz mehrerer Versuche keine Reduktion schaffen,
- das Kind ohne Schnuller außergewöhnlich stark belastet wirkt.
Ein Zahnarztbesuch bedeutet nicht automatisch, dass eine kieferorthopädische Behandlung notwendig ist. Eine Untersuchung kann zunächst einfach klären, ob überhaupt eine Fehlstellung vorhanden ist und wie dringend eine Veränderung der Sauggewohnheit ist.
FAQ: Häufige Fragen zum Schnuller abgewöhnen
Wann ist das beste Alter, um den Schnuller abzugewöhnen?
Ein allgemein perfektes Alter gibt es nicht. Nach dem ersten Geburtstag sollte der Schnuller zunehmend seltener genutzt werden. Zahnmedizinisch ist es sinnvoll, länger anhaltende Sauggewohnheiten rechtzeitig zu beenden und den Schnuller nicht bis weit ins Vorschulalter dauerhaft weiterzuverwenden.
Wie gewöhne ich meinem zweijährigen Kind den Schnuller ab?
Bei Zweijährigen funktioniert häufig eine schrittweise Reduktion: zuerst beim Spielen und tagsüber weglassen, anschließend nur noch im Bett verwenden und danach mit einem neuen Einschlafritual auch diesen letzten Einsatz ersetzen.
Wie bekomme ich ein dreijähriges Kind vom Schnuller weg?
Mit drei Jahren kann der Abschied bereits gemeinsam vorbereitet werden. Ein fester Termin, ein Kalender, eine Abschiedsbox oder die Schnullerfee helfen dem Kind, die Veränderung zu verstehen. Wichtig sind klare Regeln und zusätzliche Nähe in den ersten Tagen.
Mein Kind ist vier und braucht noch den Schnuller – ist das schlimm?
Das Kind sollte dafür nicht beschämt werden. Regelmäßiger Schnullergebrauch mit vier Jahren sollte jedoch aktiv beendet werden. Bei intensiver Nutzung oder auffälliger Zahnstellung ist zusätzlich eine zahnärztliche Kontrolle sinnvoll.
Wie lange dauert es, bis ein Kind den Schnuller vergessen hat?
Das ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Kindern sind die schwierigsten Tage nach kurzer Zeit vorbei, andere fragen über längere Zeit nach dem Schnuller. Vor allem eine lange bestehende Einschlafgewohnheit braucht häufig mehr Geduld.
Soll man den Schnuller auf einmal oder langsam abgewöhnen?
Beides kann funktionieren. Häufig ist es alltagstauglich, den Gebrauch zunächst schrittweise auf wenige Situationen zu reduzieren und anschließend einen klaren endgültigen Abschied zu machen. So muss das Kind nicht gleichzeitig sämtliche Schnullersituationen verändern.
Darf ich die Spitze des Schnullers abschneiden?
Nein. Ein Schnuller sollte nicht absichtlich angeschnitten, durchstochen oder anderweitig beschädigt werden. Beschädigtes Material kann weiter einreißen und Teile können sich lösen. Ein beschädigter Schnuller gehört entsorgt.
Was kann ich statt des Schnullers zum Einschlafen anbieten?
Kuscheln, Vorlesen, Schlaflieder, eine ruhige Stimme und ein immer gleiches Abendritual können neue Einschlafsignale schaffen. Bei altersgerechter sicherer Schlafumgebung kann für ältere Kinder auch ein vertrauter Kuschelgegenstand Teil des Rituals werden.
Ist die Schnullerfee sinnvoll?
Ja, wenn das Kind solche Geschichten mag. Die Schnullerfee ist keine notwendige Methode, kann aber den endgültigen Abschied sichtbar und verständlich machen. Eine einfache Abschiedsbox funktioniert genauso.
Kann Schnullern Zahnfehlstellungen verursachen?
Länger andauernde und intensive Sauggewohnheiten können die Entwicklung von Zähnen und Kiefer beeinflussen. Entscheidend sind Dauer und Häufigkeit. Ob bereits eine Fehlstellung vorliegt, sollte eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt beurteilen.
Fazit: Erst reduzieren, dann bewusst verabschieden
Der Schnuller muss nicht eines Morgens ohne Vorbereitung verschwinden. Bei vielen Familien funktioniert eine klare Reihenfolge besser: tagsüber reduzieren, einen festen Schnullerplatz schaffen, neue Trost- und Einschlafrituale aufbauen und anschließend einen endgültigen Abschied vereinbaren.
Besonders wichtig ist dabei die Haltung der Eltern. Ein Kind mit drei oder vier Jahren benutzt seinen Schnuller nicht, um Erwachsene zu ärgern. Es nutzt eine vertraute Möglichkeit zur Selbstberuhigung. Diese Gewohnheit darf verändert werden – aber ohne Spott, Angst oder unnötigen Machtkampf.
Gleichzeitig sollte der Abschied nicht jahrelang verschoben werden. Länger andauerndes intensives Schnullern kann die Entwicklung von Zähnen und Kiefer beeinflussen. Wer den Gebrauch nach dem ersten Geburtstag zunehmend einschränkt und spätestens im Kleinkindalter aktiv am Abschied arbeitet, schafft dafür gute Voraussetzungen.
Und ein alter Tipp gehört endgültig aussortiert: Den Schnuller zum Abgewöhnen nicht abschneiden oder beschädigen. Besser ist ein intakter Schnuller bis zum geplanten Abschied – und danach keiner mehr.
Quellen & weiterführende Informationen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Schnullergebrauch im Baby- und Kleinkindalter
- Gesundheitsportal Österreich: Zahn- und Kieferfehlstellungen
- Österreichische Gesundheitskasse: Gesunde Zähne von Anfang an
- American Academy of Pediatric Dentistry: Policy on Pacifiers
- Children’s Wisconsin: Pacifier weaning und Sicherheit beschädigter Schnuller
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Bei auffälliger Zahn- oder Kieferstellung, häufigen Mittelohrentzündungen, Entwicklungsfragen oder Unsicherheit zum Schnullergebrauch sollten Kinderärztin, Kinderarzt, Zahnärztin oder Zahnarzt individuell beraten.
Letzte Aktualisierung am 29.08.2026 um 09:02 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
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